Nicht-elektronische Kommunikationshilfen
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Nicht-elektronische Hilfsmittel haben in der Unterstützten Kommunikation einen hohen Stellenwert. Darunter fallen z.B.:
Spielzeug oder Objekte. Eine übersichtliche und umfangreiche Auswahl an Spielzeug und anderen Materialien kann eine effektive Kommunikationshilfe darstellen. Besonders für Personen, die überwiegend über Blickbewegungen kommunizieren, kann ein gut sichtbares und attraktives Angebot von altersgerechtem Spielzeug eine Motivation darstellen, den Partner zu gewünschten Handlungen aufzufordern. Es lassen sich auch Setzkästen oder andere Kommunikationskästen verwenden, in deren Fächern sich Miniaturen oder andere Objekte befinden. Besonders in der Phase des Kennenlernens ergibt sich über die vom Kind getroffene Auswahl an Spielzeug bereits ein ungefähres Bild über die Interessen und bevorzugten Aktivitäten einer Person. Darüber hinaus vermitteln die im Spiel stattfindenden kommunikativen Prozesse ein Bild über das Ausdrucksrepertoire eines Kindes und über die damit verknüpften Absichten. Kommunikationstafeln, -bücher oder -ordner. Kommunikationstafeln enthalten Bilder, Symbole oder Fotos, die mögliche Gesprächsthemen repräsentieren. Durch eine individuelle Zusammenstellung von Bildern, Fotos, Symbolen, Wörtern oder Buchstaben wird ein persönliches Vokabular bereitgestellt, das ganz auf die gegenwärtigen Bedürfnisse der Benutzer abgestimmt ist. Zur Herstellung einer Kommunikationshilfe können sowohl käufliche Symbolsammlungen verwendet werden (Touch'n Talk, Pick'n Stick, Aladin, Lob, Bliss, PCS) als auch eigene Zeichnungen oder Fotos benutzt werden. Die Kombination aus verschiedenen Darstellungsformen von Objekten, Situationen, Orten und Personen ist grundsätzlich zu empfehlen und mit den Betroffenen gemeinsam festzulegen. Zur Aufbewahrung einer Kommunikationstafel in Reichweite der Benutzer kann ein spezieller Halter dienen. Als Grundmaterial zur Herstellung einer Kommunikationshilfe können Produkte aus dem Bürofachhandel dienen oder es können aus Pappe und Schutzfolie eigene stabile Hilfen erstellt werden. Wesentlich ist die Möglichkeit, ohne große Umstände das Vokabular regelmäßig verändern und erweitern zu können, damit die Symbolsammlung tatsächlich den sich entwickelnden Bedürfnissen der Benutzer angepasst werden kann. Das in anderen Ländern bereits vorhandene kommerzielle Angebot spezialisierter Firmen an Grundmaterial, z.B. zur Erstellung von Kommunikationstafeln, ist in Deutschland bislang leider nicht verfügbar. Gegenwärtig werden Kommunikationstafeln oder ähnliche Hilfen daher überwiegend von Bezugspersonen, Fachpersonal oder Angehörigen hergestellt. Dies hat den entscheidenden Vorteil, dass sie äußerst individuell gestaltet werden können. Artikel aus dem BürofachbedarfEs gibt ein erfreulicherweise wachsendes Angebot an Artikeln, die ursprünglich zum Präsentieren von Dokumenten oder zum Schützen von anderen Objekten entwickelt wurden und über den Bürofachhandel angeboten werden. Die Abb. 12 und 13 zeigen einige Artikel, die im Büro- oder Fotofachhandel bezogen werden können:
In der Regel haben die käuflichen Artikel den Vorteil, dass bei ihnen das Vokabular leicht veränderbar bzw. erweiterbar ist und dass sie relativ stabil sind. Nachteilig wirkt, dass Form und Größe der Produkte festgelegt sind. Dennoch sind diese Produkte äußerst brauchbar und haben sich in der Praxis schon vielfältig bewährt. Bei einigen Ringordnern mit Sichthüllen lässt sich die Anzahl der Hüllen variabel handhaben. Andere können aufgestellt werden und Kindern, die u.a. über Blicke auf Bilder oder Symbole kommunizieren, eine individuelle Anzahl, Auswahl, Anordnung, Größe, Gestaltung und Präsentation der Symbole ermöglichen. Neben der Möglichkeit einer individuellen Kommunikationshilfe kann ein Tisch-Flip-Chart ebenso als Darstellungsform für eine vollständige Symbolsammlung benutzt werden. Bei dieser übersichtlichen Präsentationsform können Benutzer gewünschte Symbole auswählen, und die Sammlung bleibt auch bei regelmäßigem Gebrauch geschützt. Für Personen, die über Augenbewegungen Bilder oder Symbole bestimmen können, eignet sich ein Plexiglasrahmen, an dem Fotos oder andere grafische Darstellungen befestigt werden können. Diese Form der Kommunikation ist besonders für Personen hilfreich, die nicht in der Lage sind, mit der Hand, dem Finger oder anderen Körperteilen auf etwas zu zeigen. Es können zusätzlich spezielle Codierungssysteme mit der Kommunikation über Blickkontakt verknüpft werden. Allerdings ist diese Form der Kommunikation für alle Beteiligten äußerst anstrengend. Die Gesprächspartner müssen sich so platzieren, dass sie die Augenbewegungen genau verfolgen können. Große Tafeln mit einer umfangreichen Anzahl an
Bildern bzw. Symbolen, die an der Wand eines Zimmers aufgehängt werden, können
eine weitere Hilfe für nichtsprechende Menschen sein, wenn sie
Kommunikationsinhalte ausdrücken möchten. Quelle: Kristen, Ursi: Praxis Unterstützte Kommunikation. Eine Einführung. 1996 Nichtelektronische Hilfsmittel haben viele
Vorteile
Der größte Nachteil nichtelektronischer Hilfsmittel liegt jedoch darin, dass sie den Benutzer/die Benutzerin abhängig machen von der körperlichen Nähe und der totalen Aufmerksamkeit ihrer Partner/innen. Telefongespräche oder Gespräche in einer Gruppe sind nur mit Hilfestellung möglich. Zudem wird der Erfolg der Kommunikation zu einem großen Teil davon bestimmt, ob die Partner/innen "kokonstruieren" können. Damit ist u.a. die Fähigkeit gemeint, die angezeigten Bildsymbole richtig zu interpretieren und gegebenenfalls auch zu verstehen, dass das Symbol für "Schere" nicht nur auch "basteln" oder "Haare schneiden" bedeuten kann, sondern eventuell für "kaputt", "scharf', "spitz" oder sogar für "Dauerwelle" eingesetzt wird. Mit einer nichtelektronischen Kommunikationshilfe ist es darüber hinaus nur sehr schwer möglich, Gesprächskontrolle auszuüben, also z.B. einen Partner zu unterbrechen oder eine Zwischenbemerkung zu machen. Auch lassen sich kommunizierte Inhalte nicht festhalten drucken, speichern und damit später abrufen). |
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